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IG BAU: Die tun etwas!

Unsere Termine (Stand 24.02.2017)

Mai 2017

10.05.2017, Aktivtreff der Mitglieder Wiesbaden-Rheingau-Taunus
Besuch beim Wiesbadener Kurier mit Besichtigung der Redaktion
Wir treffen uns am Mittwoch, 17:15 Uhr auf dem Mauritiusplatz in Wiesbaden und laufen von dort zusammen zum Pressehaus.

18.05.2017,Vorstandssitzung, KV Wiesbaden-Rheingau-Taunus, 18:00h, IG BAU-Büro Wiesbaden

18.05.2017, Busfahrt der Senioren AG ab Bahnhof Wiesbaden nach Ingelheim zum Bismarckturm mit anschließender Einkehr im Bacchushof in Schwabenheim,

Juni 2017

08.06.2017, Wanderung der Senioren nach Mainz-Kastel, Einkehr im Brauhaus. Alle IG BAU-Seniorinnen und Senioren sind herzlich eingeladen mitzumachen! Anmeldung bei Kollege Artur Braun, Telefon 0611 501904

12.06.2017, Sitzung Bezirksvorstand, 19:00h, Büro Wiesbaden

Termine des DGB Wiesbaden-Rheingau-Taunus findet ihr unter:
http://frankfurt-rhein-main.dgb.de/sv-kv/wiesbaden-rheingau-taunus

Mehr bezahlbaren Wohnraum in Großstädten!

Über 270.000 Berufspendler im Bezirksverband.

Immer mehr Pendler im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg. Zuletzt verließen fast 50% Prozent aller berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – über 10% mehr als noch im Jahr 2000. In einer Mitteilung an die Presse im Bezirksverband
weist die IG BAU hierzu auf die genauen lokalen Werte hin. Die IG BAU beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadtund Raumforschung (BBSR). Danach zählt der gesamte Bezirksverband über 270.000 (Wiesbaden 71.000, Limburg 28.000) sogenannte Auspendler.

Die Gewerkschaft nennt den Trend „alarmierend“. Immer mehr Menschen müssten
immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten immer mehr
Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirkschef Karl-Heinz Michel. Dafür sei maßgeblich
auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.
„Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt.
Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeits-
plätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine
Wohnung zu leisten“, sagt Michel. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb
seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die
Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. „Die öffentliche Hand muss
viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und
Ballungsräumen zu schaffen“, betont Michel. Es würden mehr Sozialwohnungen und
mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere
Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfWProgramme.

Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten. Um die Berufspendler zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Michel. „Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß.“

Die Entwicklung im Bezirksverband ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundes-
weiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeits-
platz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.

Kaffeepause am Steuer – klingt gut. Viele Berufspendler machen sie allerdings nicht freiwillig. Für sie bedeutet der Weg zur Arbeit immer wieder Staufrust.
Foto: IG BAU

1.Mai: Wir sind viele. Wir sind eins!

Veranstaltungen in Wiesbaden und Limburg

1.Mai Wiesbaden

Bei teils stömenden Regen doch zur 1.Mai-Veranstaltung des DGB zu gehen und allen Reden aufmerksam zuzuhören: Es ist möglich!

Die Veranstaltungen in Wiesbaden und Limburg fanden in der örtlichen Presse großen Anklang. Unsere Ausschnitte zeigen die Berichte und einen Kommentar zu der Rede unseres Kollegen Heiko Oberthür in Wiesbaden.
(Bilder demnächst)

1. Mai 2017 Limburg

Bei der Maikundgebung in Limburg zeigte die JUNGE BAU Flagge gegen Rassismus. "Limburg bleibt BUNT", so ein Transparent! Viele Beteiligte waren sich einig, dass dies der richtige Weg ist, die Jugend künftig noch stärker an der Ausgestaltung der Maikundgebung zu beteiligten.

Christine Mandl, Betriebsrätin der Mundipharma sagte, dass die Belegschaft weiter für den Standort Limburg kämpfen wird. In fast allen Redebeiträgen gab es Solidaritäts-bekundungen für die Belegschaft.

Axel Gerntke, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall Wiesbaden/Limburg prangerte die sozialen Ungerechtigkeiten an und forderte eine Welt, in der jeder ein Stück vom Kuchen abbekommen muss.

CATROCK meets JUKEBOX, die Band der Lebenshilfe Limburg/Diez begeisterte das Publikum und war eine echte Bereicherung der Maikundgebung in Limburg.

Spargelernte: Gewerkschaft informiert Beschäftigte in sechs Sprachen

IG BAU Wiesbaden-Limburg rät Saisonarbeitern zu Lohn-Check

Faire Arbeit für den richtigen Spargelgenuss: Zum Beginn der Spargelzeit appelliert die
IG BAU Wiesbaden-Limburg an Erntehelfer in der Region, ihren Lohn zu prüfen. „Eine
Saisonkraft muss in diesem Jahr mindestens 8,60 Euro pro Stunde bekommen“, erklärt
Karl-Heinz Michel von der Agrar- und Umweltgewerkschaft.

Mit Flyern in sechs Sprachen – unter anderem Rumänisch, Bulgarisch und Polnisch – informiert die IG BAU Beschäftigte über ihre Rechte, etwa auch bei Unterkunft und Verpflegung.

„Viele Saisonarbeiter kommen aus osteuropäischen Ländern zur Spargelernte zu uns.
Oft wissen sie nicht, dass es überhaupt einen Mindestverdienst gibt. Das nutzen
manche Chefs schamlos aus. Zusammen mit den Beschäftigten wollen wir gegen Lohn-
Prellerei vorgehen“, so Michel. Zu den Schwerpunkten der IG BAU-Info-Kampagne
zählt auch die Dokumentation der Arbeitszeiten. Jede Hilfskraft solle über seine
Schichten Buch führen und die Zeiten später mit dem Lohnzettel abgleichen.

Bei dem Mindestentgelt von 8,60 Euro in der Landwirtschaft handelt es sich um eine
Übergangsregelung. Ab November dieses Jahres erhalten Saisonkräfte dann 9,10 Euro
in Ost und West. „Rund 20 Kilogramm Spargel pro Stunde erntet ein Arbeiter im
Schnitt“, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg. „Damit ist er gerade einmal mit 43 Cent an
einem Kilo verkauften Spargels beteiligt. Diesen Betrag muss er dann aber auf jeden
Fall bekommen.“

Die Info-Broschüre und weitere Hintergründe in ihrer Muttersprache finden Beschäftigte
im Netz: http://www.faire-mobilitaet.de/

8,60 Euro pro Stunde muss es für Saisonarbeiter in der Spargelernte geben. Doch viele
Beschäftigte kennen ihre Rechte nicht. Die IG BAU klärt auf.
Foto: IG BAU

Raus aus der Minijob-Falle

86.600 geringfügig Beschäftigte im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg

Damit der 450-Euro-Job nicht zur Falle wird: Die rund 86.600 Minijobber im Bezirks-verband sollen bessergestellt werden. Die IG BAU schlägt dazu eine Reform der geringfügigen Beschäftigung vor. Demnach sollen Minijobs schon ab dem ersten Euro in die Sozialversicherung einbezogen werden. „Minijobs waren als flexible und vorübergehende Lösung gedacht. Aber für viele Beschäftigte – etwa in der Reinigung – sind sie langsam zum Dauerzustand geworden, aus dem sie nicht mehr heraus kommen“, sagt Heiko Oberthür von der IG BAU Wiesbaden-Limburg. Eine Reform sei deshalb „mehr als überfällig“.

Nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur arbeiten im Bezirksverband allein in der Gebäudereinigung rund 86.600 Minijobber. Damit sind 58 Prozent aller Mitarbeiter der Branche geringfügig beschäftigt. „Viele von ihnen haben seit Jahren keine Chance auf eine reguläre Stelle. Wegen fehlender Sozial- und Rentenbeiträge sind sie stark von Altersarmut bedroht“, betont das Vorstandsmitglied des Bezirks-verbandes.Betroffen seien insbesondere Frauen: 62 Prozent aller geringfügig Beschäftigten im Bezirks-verband Wiesbaden-Limburg sind laut Arbeitsagentur weiblich.

Die IG BAU will gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erreichen, dass der Chef künftig auch für einen Verdienst unter 450 Euro Sozialabgaben zahlen muss. Die Gewerkschaft fordert eine neue „Gleitzone“ bereits vom ersten Euro an:
Demnach sollen Arbeitgeber bei geringen Verdiensten zunächst den Großteil der Sozial-abgaben tragen. Erst bei einem Monatsverdienst ab 850 Euro soll gelten: Chef und Arbeitnehmer zahlen zu gleichen Teilen.

Heiko Oberthür nennt ein Beispiel: „Wer genau 450 Euro verdient, der müsste nach dem Modell 13 Prozent Sozialabgaben bezahlen – der Chef trägt dagegen 29 Prozent.“ Für die Minijobber bringe das eine bessere soziale Absicherung. Für die Unternehmen steige der Anreiz, prekäre Jobs durch vollwertige Stellen zu ersetzen, so der Gewerkschafter.

Und auch für Rentner oder Studenten, die sich etwas hinzuverdienen wollen, bleibe das Modell attraktiv. „Durch den geringen Beschäftigten-Anteil bei den Sozialabgaben lohnt sich der Zuverdienst gerade unterhalb von 450 Euro weiterhin. Zusätzlich erwerben sie höhere Ansprüche für eine Rente oder Arbeitslosigkeit“, sagt Oberthür.

Reset-Taste beim Minijob: Einen Neustart für 450-Euro-Stellen fordert die Gewerkschaft IG BAU. Ab dem ersten Euro sollen Sozialabgaben – etwa für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung – fällig werden. Den Großteil davon soll der Chef tragen.
Foto: IG BAU

Heiko Oberthür: „Minijobs waren als flexible und vorübergehende Lösung gedacht. Aber für viele Beschäftigte – etwa in der Reinigung – sind sie langsam zum Dauerzustand geworden, aus dem sie nicht mehr heraus kommen. Eine Reform ist deshalb „mehr als überfällig“!

Nein zur BAB-Privatisierung: Keine „Heuschrecken-Autobahn“

Appell an die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus Wiesbaden

Profit mit der Autobahn? Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat vor einer schleichenden Privatisierung der heimischen Autobahnen gewarnt. Bundes- und Landtagsabgeordnete aus Wiesbaden sollten sich jetzt in Berlin gegen entsprechende Pläne starkmachen, fordert die Gewerkschaft. „Die Autobahn gehört zur öffentlichen Infrastruktur und darf auf keinen Fall den Gewinninteressen einzelner untergeordnet werden“, sagt IG BAUBezirksvorsitzender
Karl-Heinz Michel. Allein in Hessen stehe langfristig die Zukunft von rund 1.000 Autobahn-
Kilometern auf dem Spiel. „Kein einziger davon darf privatisiert werden. Privat-Autobahnen
wären eine Milchmädchenrechnung zulasten der Autofahrer und Steuerzahler“, so Michel.

Zum Hintergrund: Im Dezember hatte das Kabinett die Gründung einer "Infrastruktur-
gesellschaft“ beschlossen, die künftig die Bundesautobahnen (BAB) bauen, planen und
betreiben soll. Geplant ist zwar der Verbleib der GmbH in Staatseigentum. Durch so-
genannte „Public-private-Partnerships“ ist der Bau und Betrieb zahlreicher Streckenab-
schnitte in privater Hand jedoch weiterhin möglich, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg
.Die Gewerkschaft befürchtet eine fortschreitende „Privatisierung durch die Hintertür“
und warnt vor einer „Heuschrecken-BAB“. Per Maut könnten Investoren die Autofahrer
kräftig zur Kasse bitten.

Im März soll die „Infrastrukturgesellschaft“ zusammen mit einem Gesetzespaket zu den
Bund-Länder-Finanzen endgültig beschlossen werden. Dafür ist jedoch eine Zweidrittel-
mehrheit in Bundestag und Bundesrat nötig. Michel: „Abgeordnete auch aus Wiesbaden
haben jetzt die Chance, gegen die Pläne zu stimmen. Das wäre nicht nur gut für die
Autofahrer, sondern auch im Interesse der Beschäftigten am Bau.“

Bauarbeiter seien besonders häufig auf Autobahnen unterwegs. Eine Nutzungsgebühr
träfe gerade auch sie hart. Außerdem sieht der Gewerkschafter eine Gefahr für die
Arbeitsbedingungen im Straßenbau. „Wenn Privatbetreiber Autobahnen bauen, dann
könnten sie die Standards der öffentlichen Vergabe umgehen – auf Kosten der Qualität,
der Löhne und des Arbeitsschutzes.“

Bund und Länder dürften dies nicht zulassen und sollten aus Privatisierungsfehlern der
Vergangenheit lernen. So ließen sich die „Öffentlich-privaten-Partnerschaften“ gesetzlich
ausschließen. „Es darf keinen Meter Investor-Asphalt geben“, fordert IG BAU-Bezirkschef
Michel. Insbesondere Banken und Versicherungen müsse der Zugriff auf die Autobahn
verwehrt bleiben. „Wer den Bürgern erst die Finanzkrise einbrockt, darf danach nicht seinen
Reibach mit deutschen Straßen machen.“

Teuer könnte es für Autofahrer werden, sollte es zu einer Privatisierung der Autobahnen kommen. Privatbetreiber dürften keinen Zugriff auf die bundesweit knapp 13.000 Autobahn Kilometer haben, fordert die IG BAU.

"...Insbesondere Banken und Versicherungen muss der Zugriff auf die Autobahn verwehrt bleiben. „Wer den Bürgern erst die Finanzkrise einbrockt, darf danach nicht seinen Reibach mit deutschen Straßen machen", so Karl-Herinz Michel.

Fotos: IG BAU

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
Foto: IG BAU

Bezirksverband Wiesbaden-Limburg: Nur 222 Bauarbeiter schaffen es bis zum Rentenalter

IG BAU: Flexible Übergänge für Beschäftigte im Handwerk!

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 10.570 Bauarbeitern im Bezirks
verband Wiesbaden-Limburg sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade
einmal 222 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über
60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 537 Beschäftigte, wie die IG
Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Für die IG BAU Wiesbaden-Limburg sprechen die Zahlen
eine klare Sprache: „Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum
Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top – entweder volles
Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein“, kritisiert
Bezirksvorstandsmitglied Manfred Mahle. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible
Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.
Die derzeit von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei dabei keine Lösung.
„Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer
Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden.
Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Mahle. Ab 55 oder 60
Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die „reinste
Utopie“.

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein „Alters-Flexi“, das besonders Beschäftigten im
Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn
wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Manfred Mahle: „Wer als
Maurer oder Straßenbauer irgendwann nicht mehr volle 40 Stunden schafft, der sollte
die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel auch mit 15 Wochenstunden in der Firma zu
bleiben. Für die fehlenden 25 Stunden würde er von der Arbeitsagentur
Kurzarbeitergeld bekommen.“ Der Staat müsse hier die nötigen finanziellen Mittel
bereitstellen. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes gebe es dafür genug
Spielraum.

Das „Alters-Flexi“ soll nach dem Vorschlag der IG BAU bereits ab 58 Jahren greifen.
Damit bliebe den Beschäftigten der Gang zum Amt kurz vor der Rente erspart. Denn bei
der derzeitigen Regelung seien viele Bauarbeiter auf „Alters-Hartz-IV“ angewiesen –
„und das, obwohl sie Jahrzehnte hart geschuftet haben“, so Mahle.

Für die Bauwirtschaft im Rheingau-Taunus-Kreis sei das frühe Ausscheiden erfahrener
Mitarbeiter zudem oft ein großer Verlust. „Mit flexiblen Übergängen ist nicht nur den
Bauleuten geholfen, sondern auch den Betrieben“, ist sich der Bezirksvize sicher.
So könnten ältere Beschäftigte ihr Fachwissen an den Nachwuchs weitergeben.
Darüber hinaus setzt sich die IG BAU zusammen mit dem DGB für eine Stärkung der
gesetzlichen Rente ein. Vor der nächsten Bundestagswahl komme es darauf an, einen
„Kurswechsel“ in der Rentenpolitik herbeizuführen, fordert der Gewerkschafter:
„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine
faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können.“
Dabei solle sich die Politik ruhig am vielzitierten Dachdecker orientieren, sagt Mahle.
So haben zum Beispiel von den rund 320 Dachdeckern im Rheingau-Taunus-Kreis
zuletzt gerade einmal fünf über das 63. Lebensjahr hinaus im Job.

Harte Arbeiten – wie hier mit dem Rüttler – sind für viele Bauarbeiter im Alter nicht mehr drin, sagt die IG BAU. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche flexible Übergänge in die Rente. – Bei Knochenjobs: „Alters-Flexi“.

„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können,“ so Manfred Mahle, Vorstandsmitglied der IG BAU Bezirkserband Wiesbaden-Limburg

Bei Streit mit dem Chef: Rechtsexperten der IG BAU kontaktieren!

Rechtshilfe für Beschäftigte in Wiesbaden

Juristischer Beistand bei Problemen im Job: Im letzten Jahr waren die Rechtsberater der
IG BAU Wiesbaden-Limburg in insgesamt 416 Fällen aktiv. Die Rechtsschutz-Experten
der Gewerkschaft standen Beschäftigten auch aus Wiesbaden zur Seite, wenn es Ärger
mit dem Chef oder der Bürokratie gab.

„Für volle Terminkalender sorgten Rechtsfragen von A wie Abmahnung bis Z wie
Zeugnisverweigerung“, berichtet der IG BAU-Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Michel. Auch
zu spät oder gar nicht gezahlte Löhne seien 2016 häufig Thema gewesen, so der
Gewerkschafter. Viele Arbeitgeber hätten den Beschäftigten Sonderzahlungen wie das
Weihnachtsgeld oder Feiertagszuschläge vorenthalten. „Behördenentscheidungen wie
fehlerhafte Hartz-IV-Bescheide, Rentenberechnungen oder Schwerbehinderten- anerkennungen bargen ebenfalls oft Konfliktpotenzial“, so Michel weiter.

Häufig sei gerade die Reinigungsbranche von Streitigkeiten betroffen: „Angeordnetes
Turbo-Putzen ohne Zahlung der Mehrarbeit ist leider nach wie vor ein Trend bei vielen
Firmen“, beklagt die IG BAU. Aber auch Bauarbeiter, Garten- und Landschaftsbauer,
Maler und Lackierer bis hin zu Floristen hätten oft nach fachlicher Hilfe gefragt. Die
Gewerkschaft rät den Beschäftigten, sich weder von Chefs noch von Behörden
einschüchtern zu lassen.

Termine für die Rechtsberatung können vereinbart werden in den IG BAU-Büros in
Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25).

IG BAU-wir setzen uns für Dich ein. Klick hier und hole dir Rat
http://www.igbau.de/Binaries/Binary10077/FB_Rechtsschutz_03_2010.pdf

Sachkundige Hilfe bei Rechtsstreitigkeiten im Job: Die Rechtsberatung der IG BAU Wiesbaden-Limburg hilft bei Ärger mit Chef oder Behörden. Das gibt Bauarbeitern, Malern oder Gebäudereinigerinnen Orientierung im Paragrafen-Dschungel.
Foto: IG BAU

Mitgliederservice-Büros: Wir sind für unsere Mitglieder da!

Mitgliederbüro Wiesbaden

Telefon: 0611/87023
Fax: 0611/87058
E-Mail: wiesbadenE-Mail-Adresseigbau.de
Salierstraße 25
65189 Wiesbaden

Sprechzeiten:

Montag, Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h

Donnerstag: 8.30h-12.30h und 13.30h-18.00h

Freitag: 8.00h-13.00h
Mitgliederbüro Limburg

Tel.: 06431/26025
Fax.: 06431/27967
E-Mail: limburgE-Mail-Adresseigbau.de
Westerwaldstr. 111
65549 Limburg

Sprechzeiten:

Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h



Freitag: 8.00h-13.00h