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Jetzt Schluss mit „Turbo-Putzen“

IG BAU fordert: Jetzt regelmäßige Kontrolle der Arbeitsbedingungen in Reinigung

Schluss mit dem „Turbo-Putzen“: Für die Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg soll das Reinigen immer größerer Flächen in immer kürzerer Zeit bald ein Ende haben. Nach einer neuen Vereinbarung zwischen der Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU und den Arbeitgebern werden der Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessert – mit dem Ziel einer „menschengerechten Arbeitsgestaltung“. In ganz Hessen profitieren nach Gewerkschaftsangaben rund 90.000 Reinigungskräfte von verbesserten Standards.

„Seit Jahren klagen die Mitarbeiter in der Gebäudereinigung über eine steigende Arbeitsbelastung. Für sie bringt die Vereinbarung echte Verbesserungen“, betont Karl- Heinz Michel, Bezirkschef der IG BAU Wiesbaden-Limburg. So sollen physische und psychische Belastungen gesenkt werden – etwa durch leichtere Handgeräte oder längenverstellbare Wischmopps. Besonders wichtig, so Michel, sei die klare Abgrenzung des „Reinigungsreviers“. Hier soll der Chef künftig Grafiken vorlegen, wieviel in welcher Zeit zu reinigen ist.

„Damit die Ziele auch umgesetzt werden, können Betriebsräte regelmäßige Arbeitsplatzbegehungen durchführen“, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg. Wo es keinen Betriebsrat gebe, sollten sich die Beschäftigten direkt an die Fachgruppen der Gewerkschaft wenden, die nun per Broschüre über die Neuregelungen informieren will.

Ohne eine echte Kontrolle vor Ort wird es nicht laufen“, ist sich Michel sicher.
Darüber hinaus wurden Weiterbildungsmaßnahmen vereinbart. Im Fokus eines bundesweiten „Rahmenlehrplans“ stehen die Vorarbeiterinnen. „Sie sind die Führungskräfte im Objekt, sie sollen die Reinigungskräfte einweisen und unterstützen. Dazu werden sie nun besser qualifiziert – von der Mitarbeiterführung über Gesundheitsgefahren bis hin zum Umgang mit den Kunden“, erklärt Gewerkschafter Michel. Dies führe zu höheren Standards für die gesamte Branche, von denen letztlich auch die Unternehmen profitierten.

Beide Vereinbarungen sind in zwei Expertengruppen aus IG BAU und Arbeitgebern entstanden. Im Arbeits-und Gesundheitsschutz wurde ein 12-monatiger Test-Zeitraum vereinbart. Dann soll überprüft werden, ob die Maßnahmen ausreichen. Karl-Heinz Michel: „Der Maßstab ist, ob die Gebäudereinigung wirklich zu einer sauberen Branche wird – mit sauberen Arbeitsbedingungen für alle.“


Ins Rutschen geraten viele Reinigungskräfte nicht durch glatte Böden, sondern durch hohe Arbeitsbelastung. Jetzt wollen Gewerkschaft und Arbeitgeber gemeinsam die Arbeitsbedingungen verbessern.
Fotos: IG BAU

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.

Demokratie geht uns alle an!

Jubilarehrung bei der IG BAU

Bei der Ehrung der Jubilare am 22. Oktober konnte Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Michel insgesamt 60 TeilnehmerInnen begrüßen. Zu den Ehrengästen zählten der Ehrenvorsitzende Werner Schollmeyer, der ehemalige Geschäftsführer des Bezirksverbandes Wiesbaden, Siegfried Stiebich, die frühere Verwaltungsangestellte Marion Seemann sowie die hauptamtlich beschäftigte Kollegin Alexandra Schacht.

Bei der Auswahl des Festredner hatte der Vorstandeine gute Wahl getroffen: In einer hoch interessanten Rede ging der stellvertretende Kreisvorsitzende des DGB, Kollege Michael Leschnik auf die gewerkschaftlichen Erfolge und Errungenschaften ein. Neben der Lohnfortzahlung, dem Schlechtwettergeld hob Leschnik auch die gemeinsamen Einrichtungen der Tarifvertragsparteien hervor. Zur Aufbesserung der Renten sowie zu einer Förderung der ganzjährigen Beschäftigung seien die Sozialkassen ein wichtiger Baustein der sozialen Versorgung unserer Kollegen.
Auch zu den aktuellen Ereignissen nahm er Stellung: Die rechtsradikale Bewegung sei mittlerweile Salon fähig. Die Hetze gegen Flüchtlinge ist an der Tagesordnung und habe zwischen zeitlich weite Teile der Bevölkerung erreicht. Er resümierte: „Wir lassen uns die Demokratie nicht kaputt machen!“

Unter den langjährigen Jubilaren konnte Michel die beiden Kollegen Friedrich Pehl und Wilhelm Groh für ihre 70-jährige Treue zu Gewerkschaft begrüßen.

Die Jubilare des Bezirksverbandes sowie die anwesenden Vorstandsmitglieder der IG BAU Betzirksverband Wiesbaden-Limburg in der Stadthalle Idtein.
Bild: IG BAU

Michael Leschnik bei seiner Festrede am 22. Oktober: "Wir lassen uns die Demokratie nicht kaputt machen!"
Bild: IG BAU

Kollege Adalbert Hachenberger wird von den Vorstandsmitgliedern Manfred Mahle (links) und Karl-Heinz Michel rechts) für seine 65.jährige Treue zur IG BAU geehrt.
Bild: IG BAU

Wenn die Bank den Kredithahn zudreht –Wiesbaden droht „Wohnungsbau-Bremse“

1. Halbjahr: Bauherren im Bezirksverband investieren fast 500 Mio. € in Neubau-Wohnungen

Es werden Wohnungen gebaut – noch jedenfalls: 491.3 Millionen € (davon 90,8 Mio. € in Wiesbaden*) wollen Bauherren und Investoren in den Neubau von Wohnungen im Bezirksverband (Bzv) Wiesbaden-Limburg investieren. Das sind die veranschlagten Kosten für 1.659 (342 in Wiesbaden) Neubau-Wohnungen, für die es im ersten Halbjahr dieses Jahres eine Baugenehmigung im Bzv gab.

Zum Vergleich: In der ersten Jahreshälfte 2015 bekamen lediglich 1.426 (185*) Wohnungen den "roten Punkt“ vom Bauamt –und damit das grüne Licht für den Bau. Das teilt die IG Bauen -Agrar-Umwelt mit. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen
Bundesamtes.

Doch die Bau-Gewerkschaft warnt: „Der Bau neuer Wohnungen hat einen empfindlichen
Dämpfer bekommen. Denn der Kredithahn ist ziemlich zugedreht: Viele Menschen, die ein
Haus bauen oder eine Wohnung kaufen wollen und deshalb zur Bank gehen, bekommen
heute kein Darlehen mehr. Sie scheitern an der Finanzierung ihres Traums von den
eigenen vier Wänden“, sagt Karl-Heinz Michel von der IG BAU Wiesbaden-Limburg.
Schuld daran sei die Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie der Europäischen Union, die die
Bundesregierung „besonders hart in deutsches Recht umgesetzt“ habe. Die Richtlinie
schreibe Kreditinstituten seit März vor, bei der Vergabe von Darlehen in erster Linie auf
das vorhandene Vermögen und auf die Höhe des Einkommens während der
Rückzahlungsphase zu achten.

Anders als noch zu Beginn des Jahres dürfen Wohnimmobilien oder Grundstücke von
Banken nicht mehr als Sicherheit akzeptiert werden. „Der Wert eines Hauses und das
Bauland, auf dem es steht, oder eine Eigentumswohnung und deren mögliche
Wertentwicklung – all das zählt quasi nicht mehr. Wer heute neu bauen oder umbauen
will, sollte also flüssig sein. Bauherren müssen viel auf der hohen Kante oder ein dickes
Einkommen haben, das auch in Zukunft sicher ist. Am besten beides“, sagt IG BAU-Bezirkschef Karl-Heinz Michel.

Besonders hart trifft dies, so die IG BAU, junge Familien und ältere Menschen. „Viele von
ihnen wären vor einem Jahr noch gern gesehene Kunden bei der Bank oder Sparkasse
gewesen. Heute aber müssen die Kreditinstitute ihnen die Finanzierung oft verweigern“, so
Michel. Denn die Banken seien nun verpflichtet, nachzuweisen, dass ein Kunde seinen
Kredit auch bis zum Lebensende tilgen könne. „Das wird für viele Rentner zum Problem.
Der Wunsch, die eigene Wohnung oder das eigene Haus energetisch zu sanieren und vor
allem altersgerecht umzubauen, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen
zu können, scheitert jetzt bei ihnen am nötigen Kredit. Von den Neubauplänen junger
Paare ganz zu schweigen. Der ‚Nestbau‘ wird damit immer schwieriger“, sagt der IG BAU- Bezirksvorsitzende. Der „zugedrehte Kredithahn“ für den Wohnungsbau werde zu einem starken Rückgang der Baugenehmigungen in Wiesbaden führen, warnt die IG BAU Wiesbaden-Limburg.

Die Gewerkschaft geht von einer „düsteren Prognose“ für die Jahresstatistik der
Baugenehmigungen aus. „Das schadet der Wirtschaft und den Jobs in der Region. Denn
der Wohnungsbau ist ein wichtiger Motor für die Binnenkonjunktur“, sagt Karl-Heinz
Michel. Ein Rückgang des Wohnungsbaus bedeute weniger Wohnungen. Dadurch seien
auch Auswirkungen auf den Mietpreis nicht auszuschließen.

Die IG BAU fordert deshalb die Bundesregierung auf, die „überzogenen Vorschriften“ zu
korrigieren und mehr Möglichkeiten für die Finanzierung des Wohnungsbaus im Rahmen der EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie zuzulassen. So dürften die verschärften Regelungen nicht bei Krediten angewendet werden, die Haus- oder Wohnungseigentümer zur Renovierung der eigenen Wohnimmobilie nutzen. Die IG BAU Wiesbaden-Limburg appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich in Berlin um diesen wichtigen Punkt der Finanzierung von Immobilen zu kümmern.


Eigentlich ein gutes Zeichen dafür, dass gebaut wird: der Kran. Dabei könnte so mancher Kran
bald stillstehen. Denn für den Wohnungsbau wird ein wichtiger Geldhahn zugedreht: Banken
dürfen oft keine Kredite mehr vergeben. Und so geht mancher Bauherr, der Geld für ein Haus, eine
Eigentumswohnung oder für den Umbau der eigenen vier Wände braucht, leer aus. Insbesondere
junge Familien und Senioren haben Schwierigkeiten, das nötige Baukapital zu bekommen. Schuld
ist die EU-Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie, sagt die IG BAU.

Foto: IG BAU

Unsere Termine (Stand 21.11.2016)

Dezember
05.12.2016, 19:00h, Sitzung Bezirksvorstand, Büro Limburg
15.12.2016, 18:00h, Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus, Vorstandssitzung, IG BAU-Büro Wiesbaden

Vorankündigung
11.03.2017, Bezirksverbandstag, Stadthalle Idstein/Ts.


Unsere Gremien-Wahltermine (vorl.):

Dezember
15.12.2016, 19:00h, Fachgruppe Baugewerbe, IG BAU-Büro Limburg


Termine des DGB Wiesbaden-Rheingau-Taunus findet ihr unter:
http://frankfurt-rhein-main.dgb.de/sv-kv/wiesbaden-rheingau-taunus

Im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg schaffen es nur 222 Bauarbeiter bis zum Rentenalter

IG BAU: Flexible Übergänge für Beschäftigte im Handwerk!

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 10.570 Bauarbeitern im Bezirks
verband Wiesbaden-Limburg sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade
einmal 222 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über
60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 537 Beschäftigte, wie die IG
Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Für die IG BAU Wiesbaden-Limburg sprechen die Zahlen
eine klare Sprache: „Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum
Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top – entweder volles
Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein“, kritisiert
Bezirksvorstandsmitglied Manfred Mahle. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible
Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.
Die derzeit von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei dabei keine Lösung.
„Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer
Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden.
Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Mahle. Ab 55 oder 60
Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die „reinste
Utopie“.

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein „Alters-Flexi“, das besonders Beschäftigten im
Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn
wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Manfred Mahle: „Wer als
Maurer oder Straßenbauer irgendwann nicht mehr volle 40 Stunden schafft, der sollte
die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel auch mit 15 Wochenstunden in der Firma zu
bleiben. Für die fehlenden 25 Stunden würde er von der Arbeitsagentur
Kurzarbeitergeld bekommen.“ Der Staat müsse hier die nötigen finanziellen Mittel
bereitstellen. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes gebe es dafür genug
Spielraum.

Das „Alters-Flexi“ soll nach dem Vorschlag der IG BAU bereits ab 58 Jahren greifen.
Damit bliebe den Beschäftigten der Gang zum Amt kurz vor der Rente erspart. Denn bei
der derzeitigen Regelung seien viele Bauarbeiter auf „Alters-Hartz-IV“ angewiesen –
„und das, obwohl sie Jahrzehnte hart geschuftet haben“, so Mahle.

Für die Bauwirtschaft im Rheingau-Taunus-Kreis sei das frühe Ausscheiden erfahrener
Mitarbeiter zudem oft ein großer Verlust. „Mit flexiblen Übergängen ist nicht nur den
Bauleuten geholfen, sondern auch den Betrieben“, ist sich der Bezirksvize sicher.
So könnten ältere Beschäftigte ihr Fachwissen an den Nachwuchs weitergeben.
Darüber hinaus setzt sich die IG BAU zusammen mit dem DGB für eine Stärkung der
gesetzlichen Rente ein. Vor der nächsten Bundestagswahl komme es darauf an, einen
„Kurswechsel“ in der Rentenpolitik herbeizuführen, fordert der Gewerkschafter:
„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine
faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können.“
Dabei solle sich die Politik ruhig am vielzitierten Dachdecker orientieren, sagt Mahle.
So haben zum Beispiel von den rund 320 Dachdeckern im Rheingau-Taunus-Kreis
zuletzt gerade einmal fünf über das 63. Lebensjahr hinaus im Job.

Harte Arbeiten – wie hier mit dem Rüttler – sind für viele Bauarbeiter im Alter nicht mehr drin, sagt die IG BAU. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche flexible Übergänge in die Rente. – Bei Knochenjobs: „Alters-Flexi“.

„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können,“ so Manfred Mahle, Vorstandsmitglied der IG BAU Bezirkserband Wiesbaden-Limburg

Gesetzlicher Mindestlohn stabilisiert die deutsche Wirtschaft

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) macht sich für einen deutlich steigenden gesetzlichen Mindestlohn stark. „Der Mindestlohn sichert nicht nur das Existenzminimum von Geringverdienern, er entwickelt sich auch zum Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger anlässlich des für heute erwarteten Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung.

„Der gesetzliche Mindestlohn stärkt die Kaufkraft und kurbelt den Konsum an. Die wachsende Binnennachfrage macht sich positiv bemerkbar. Während die Schwäche mancher Schwellenländer ein Unsicherheitsfaktor für die Exportentwicklung ist, stabilisiert die stärkere Nachfrage im Inland die Wirtschaft.“

Im vergangenen Jahr legte die Kaufkraft in den ersten drei Quartalen zwischen 2,4 und 2,7 Prozent zu und stieg damit so stark wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe des Statistischen Bundesamts. Die Entwicklung im vierten Quartal dürfte ähnlich positiv ausfallen.

„Ein steigender gesetzlicher Mindestlohn ist zudem ein notwendiges Mittel, um der stark zunehmenden Konzentration von Vermögen bei Wenigen etwas entgegenzusetzen“, sagte Feiger der auch Mitglied in der Mindestlohnkommission ist. „Das allein reicht aber nicht, um den Trend zu mehr Ungleichheit zu durchbrechen. Gleichzeitig müssen auch die Löhne kräftig anziehen. Dafür werden wir in diesem Jahr etwa in der anstehenden Bautarifrunde kämpfen. Nicht zuletzt brauchen wir eine faire Besteuerung von Einkommen. Das Steuerprivileg für Kapitalerträge spaltet die Gesellschaft und muss endlich abgeschafft werden.“

Laut Bundesarbeitsministerium wurde die vermögensschwächere Hälfte der Bevölkerung zuletzt noch ärmer, während die reichsten zehn Prozent über mehr als 50 Prozent des deutschen Nettovermögens verfügen.


Foto: IG BAU

Nach dem Erfolg des MIndestlohnes sagt IG BAU-Vorsitzender Robert Feiger: "...jetzt müssen die Löhne kräftig anziehen. Dafür werden wir in diesem Jahr etwa in der anstehenden Bautarifrunde kämpfen!"

Rente muss zum Leben reichen!

Das Thema Rente lässt die Politik nicht los. Nachdem Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bekannt gegeben hat, im Herbst Pläne für eine Rentenreform vorzulegen, melden sich die üblichen Bremser und Mahner zu Wort. Sie fürchten um ihre Pfründe, die sie mit Einführung der „Rente mit 67“ eingestrichen haben.

Ein Hauptargument der Reformgegner ist die vermeintliche Generationengerechtigkeit. In Wahrheit geht es ihnen dabei aber nicht um die höheren Beiträge für Arbeitnehmer. Die müssten, um eine weitere Absenkung des Rentenniveaus zu stoppen, gerade einmal 7,50 Euro im Monat mehr zahlen, hat der DGB für Durchschnittsverdiener errechnet. Dafür erhalten sie aber auch eine stabile Rente als Gegenleistung.

Den Kritikern geht es vielmehr um die Beiträge der Arbeitgeber, die zu gleichen Teilen in die Rentenversicherung ihrer Beschäftigten einzahlen. Sie sparen bei geringeren Beiträgen gleich Milliarden. Die spätere Rentenhöhe ihrer Beschäftigten ist für die Betriebe dagegen nicht so wichtig.

Niemand sollte sich also einreden lassen, dass eine Reform für die Jungen wer weiß wie teuer wird. Im Gegenteil: Wer heute arbeitet, vertraut kaum mehr auf eine ausreichende Rente im Alter. Betriebsrenten gibt es längst nicht für alle, das Riester-Modell hat sich angesichts von Minus-Zinsen als Flop erwiesen, und das Niveau der gesetzlichen Rente nähert sich für viele der Grundsicherung an.

In einigen Jahren droht in Deutschland deshalb eine Welle von Altersarmut. Vor allem junge Geringverdiener und Teilzeitbeschäftigte zahlen zwar Jahrzehnte in die Rentenversicherung ein, müssen im Alter aber zum Amt, um über die Runden zu kommen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Maßstab der Rentenpolitik darf deshalb nicht vorrangig die Beitragshöhe sein, sondern eine anständige Rentenleistung!

Foto: IG BAU

IG BAU-Chef Robert Feiger: Das Riester-Modell hat sich angesichts von Minus-Zinsen als Flop erwiesen, und das Niveau der gesetzlichen Rente nähert sich für viele der Grundsicherung an.

Tödliche Arbeitsunfälle: IG BAU ruft zur Gedenkminute in Wiesbaden auf

Workers‘ Memorial Day am 28. April

Ein Zeichen setzen für mehr Arbeitsschutz: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ruft
Beschäftigte in Wiesbaden auf, am kommenden Donnerstag [f. d. Red.: 28. April] eine Gedenkminute für die Opfer von Arbeitsunfällen einzulegen. Um 12 Uhr soll auf
Baustellen, in Betrieben und Büros der Menschen gedacht werden, die im Arbeits-leben tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind, so die IG BAU Wiesbaden-Limburg.

Anlass ist der internationale Gedenktag Workers‘ Memorial Day. Mit der Gedenk-minute wollen wir besonders auch an die erinnern, die in der Region einen
Arbeitsunfall hatten“, sagt IG BAU-Bezirkschef Karl-Heinz Michel. In Hessen gab es nach Angaben der Gesetzlichen Unfallversicherung im Jahr 2014 allein im Baugewerbe rund 7.400 Arbeitsunfälle – vier davon waren tödlich. Fast jeder neunte Arbeitsunfall in Hessen passierte damit auf einer Baustelle.

Der Workers‘ Memorial Day sei zugleich ein Aufruf für besseren Arbeitsschutz, betont
Michel: „Wer auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder in der Gebäudereinigung arbeitet, hat ein deutlich höheres Unfallrisiko. Durch die richtigen Schutzmaß-nahmen lässt sich das Risiko zwar nicht beseitigen, aber stark reduzieren.“ Hier stünden insbesondere die Arbeitgeber in der Verantwortung, so die IG BAU.

Der Workers‘ Memorial Day wurde erstmals 1984 in Kanada begangen – als die
Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst dazu aufrief, der im Arbeitsleben
verstorbenen Mitarbeiter zu gedenken. Seitdem wird der Gedenktag am 28. April in vielen Ländern begangen.

Foto: IG BAU
Bildunterzeile: Gefährliche Arbeiten – wie hier mit Asbest-Schutt – können zur Gefahr für Leben und Gesundheit werden. Die IG BAU macht sich für besseren Arbeits-schutz stark – und ruft am Workers‘ Memorial Day zu einer Gedenkminute für die Opfer von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen auf.

Rechtsberater im letzten Jahr 500 Mal aktiv

Arbeitnehmern in Wiesbaden zu gutem Recht verholfen

„Paragraphen-Lotsen“ der Gewerkschaft stark gefragt: Bei Streitigkeiten mit Chefs oder Behörden haben die Rechtsberater der IG BAU Wiesbaden-Limburg 2014 in 510 Fällen Rat und Unterstützung gewährt. Das Spektrum der juristischen Unterstützung für die Beschäftigten aus Wiesbaden und der Region war dabei äußerst vielfältig. Es reichte nach Angaben der Gewerkschaft von Fragen zu Abmahnungen, Kündigungen oder Zeugnisformulierungen über verspätet oder gar nicht gezahlte Löhne und vorenthaltenem Urlaubsgeld bis zu fehlerhaften Hartz-IV-Bescheiden. Zusätzlich sorgten Fragen zu Rentenberechnungen, Krankenkassenleistungen und zur Unfallversicherung für volle Terminkalender der Rechtsberater.

„Gerade auf dem Bau, bei Dachdeckern, Malern- und Lackierern, ebenso im Gerüstbau oder der Baustoffindustrie steckt viel Konfliktpotenzial. Auch in der Gebäudereinigung sowie bei den Floristen und im Garten- und Landschaftsbau gibt es immer wieder rechtliche Probleme, bei denen wir den Kollegen helfen können“, sagt Thomas Dauenhauer. Mit Arbeitnehmerrechten werde hier oft „sehr kreativ umgegangen“, beschreibt das Vorstandsmitglied der IG BAU Wiesbaden-Limburg die „mitunter sehr dreisten Versuche der Chefs, sich an Recht und Gesetz vorbeizumogeln.“ Da sei sachkundige Unterstützung der Beschäftigten oft dringend nötig. „Aber auch beim Versuch, sich im Umgang mit Behörden im Paragrafen-Dschungel zurechtzufinden, bieten die Berater oft unverzichtbare Orientierungshilfe. Nur so können Ratsuchende das bekommen, was ihnen dem Gesetz nach zusteht“, so Dauenhauer.

Termine für die Rechtsberatung können vereinbart werden in den IG BAU-Büros in Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25).

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http://www.igbau.de/Binaries/Binary10077/FB_Rechtsschutz_03_2010.pdf

Gibt Bauarbeitern, Malern oder Gebäudereinigerinnen Orientierung im Paragrafen-Dschungel: die Rechtsberatung der IG BAU Wiesbaden-Limburg.
Foto: IG BAU

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Telefon: 0611/87023
Fax: 0611/87058
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