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Internationaler Weltfrauentag 8.März 2017
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Unterseiten von  Unser Bezirksverband


Neues aus dem DGB Kreis Wiesbaden-Rheingau-Taunus:
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News aus dem DGB

Unsere Termine (Stand 18.07.2017)

September 2017

15.09.2017 Bundesweiter Aktionstag der Gewerkschaften Rente: Kurswechsel jetzt! Handeln statt aussitzen siehe auch News aus dem DGB

16.09.2017,KV II Limburg- Weilburg, gemütlicher Kaffeeklatsch zum Kennenlernen und Beisammensein 14:00 h-18:00 h, IG BAU-Büro Limburg

21.09.2017, Busfahrt ab Bahnhof Wiesbaden nach Lohr mit anschließender Einkehr in der Frische Quelle Habichsthal, Donnerstag 5. Oktober, Wanderung nach Hessloch, Einkehr im Gasthaus zum Grünen Wald. Alle IG BAU-Seniorinnen und Senioren sind herzlich eingeladen mitzumachen! Anmeldung bei Kollege Artur Braun, Telefon 0611 501904

28.09.2017, KV I Wiesbaden-Rheingau-Taunus,18:00 h, Vorstandssitzung IG BAU-Büro Wiesbaden

Oktober 2017

21.10.2017, Jubilarehrung, 14:00 h, Stadthalle Idstein

20.10.2017, Kreisverband II Limburg-Weilburg, Vorstandssitzung,18:00 h, IG BAU-Büro Limburg

19.10.2017, Busfahrt AK Seniorenab Bahnhof Wiesbaden nach Alzey mit anschließender Einkehr Zur guten Quelle 2 in Budenheim. Alle IG BAU-Seniorinnen und Senioren sind herzlich eingeladen mitzumachen! Anmeldung bei Kollege Artur Braun, Telefon 0611 501904

November 2017

11. 11.2017, Sitzung des Bezirksbeirates 9:30 bis 14:00 h, IG BAU-Büro Wiesbaden


Termine des DGB Wiesbaden-Rheingau-Taunus findet ihr unter:
http://frankfurt-rhein-main.dgb.de/sv-kv/wiesbaden-rheingau-taunus
Kreisverbände

Die Poitik ignoriert ein Umweltproblem!

Dieselruß-Skandal auf Baustellen – Baumaschinen als „Stadtluft-Verpester“

Ein weiteres Diesel-Problem – mitten in den Städten: Dieselruß, der auf Baustellen für ein Gesundheitsrisiko verantwortlich ist. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Rußpartikel-Emission von Baumaschinen als „massives Arbeitsplatz- und unterschätztes Umweltproblem“ bezeichnet. IG BAU-Vize Dietmar Schäfers forderte heute ein Verbot von Baumaschinen ohne Rußpartikelfilter
„Vom Bagger über den Radlader bis zur Walze – für neue Maschinen muss eine Rußpartikelfilter-Pflicht eingeführt werden. Zudem müssen vorhandene Baumaschinen innerhalb einer angemessenen Übergangsfrist nachgerüstet werden. Der massive Rußpartikel-Ausstoß auf Baustellen ist ein enormes Defizit im Arbeitsschutz.“ Die künftige Bundesregierung müsse dieses „drängende Problem umgehend anpacken“, fordert der stellvertretende Bundesvorsitzende der Bau- und Umweltgewerkschaft.
weiterlesen unter: http://www.igbau.de/dieselrusz-skandal-auf-baustellen---baumaschinen-als-stadtluft-verpester.html

Dietmar Schäfers:.."für neue Maschinen muss eine Rußpartikelfilter-Pflicht eingeführt werden!"
Foto IG BAU

IG BAU: Meisterbrief schützen!

Handwerkskammer: 73 Prozent mehr Fliesenleger-Betriebe in zehn Jahren

Qualität im Handwerk sichern: Ein „klares Bekenntnis zum Meisterbrief“ fordert die IG
Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) von den Bundestagskandidaten in Wiesbaden. Hintergrund sind Pläne der EU-Kommission: Sie will die Zugangsvoraussetzungen in Handwerksberufen europaweit angleichen. Darunter würden Qualität und Ausbildung leiden, befürchtet IG BAU-Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Michel. Meisterbetriebe in der Stadt wären besonders betroffen.

„Wohin der Abbau von Standards führen kann, zeigt sich im Fliesenlegerhandwerk“, so
Michel. Mit der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 wurde hier die Meisterpflicht
abgeschafft. Allein seit 2006 ist die Zahl der Fliesenleger-Betriebe im Bereich der
Handwerkskammer Wiesbaden von 1.354 auf 2.349 im letzten Jahr angestiegen – ein
Zuwachs von 73 Prozent. „Immer mehr Ein-Mann-Betriebe buhlen um Aufträge. Qualität und Ausbildung bleiben aber oft auf der Strecke“, kritisiert der Gewerkschafter.

Sollte der Trend die ganze Baubranche erfassen, drohe eine weitere Verschärfung des
Fachkräftemangels. Denn die Handwerksmeister seien die tragende Säule der
Berufsausbildung. Neue Zahlen der Handwerkskammer Wiesbaden nennt Michel deshalb
„beunruhigend“: Lediglich 104 bestandene Meisterprüfungen im Bau- und Ausbau-gewerbe zählte die Kammer im vergangenen Jahr. Der Lehrlingsbestand in der Branche ging im Zehn-Jahres-Vergleich um 19 Prozent auf zuletzt 1.461 Azubis zurück.

Die IG BAU ruft die heimischen Bundestagskandidaten auf: Setzen Sie sich für den Erhalt der Meisterpflicht im Handwerk ein. Insbesondere bei den Fliesen-legern muss sie dringend wieder eingeführt werden!

Qualität im Handwerk sichern: Ein „klares Bekenntnis zum Meisterbrief“ fordert die IG BAU von den Bundestagskandidaten in Wiesbaden.
Foto: IG BAU

Zoll deckt über 300 unsaubere Praktiken in der Reinigungsbranche auf

Kritik an fehlenden Kontrollen im Bezirksverband

Unsaubere Praktiken im Fokus: Der Zoll soll die Reinigungsbranche im Bezirksverband
stärker in den Blick nehmen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Hauptzollamt Darmstadt überprüfte im vergangenen Jahr 152 Reinigungsfirmen – das sind weniger als die Hälfte als noch im Vorjahr.

„Das ist eindeutig zu wenig“, kritisiert Karl-Heinz Michel. Nach Einschätzung des IG
BAU-Bezirksvorsitzenden liegt nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in der Reinigung
noch immer „vieles im Argen“: Lohn-Prellerei, Steuerhinterziehung oder nicht gezahlte
Sozialabgaben seien in der Region alles andere als eine Seltenheit, so die IG BAU. Das
bestätige die aktuelle Bilanz des Darmstädter Hauptzollamtes: Demnach leitete die FKS
im letzten Jahr 314 Ermittlungsverfahren in der Gebäudereinigung ein. Michel: „Bei nur
152 geprüften Betrieben ist das eine ziemlich hohe Quote.“

Den Beamten sei dabei kein Vorwurf zu machen, betont der Gewerkschafter: „Die
Kontrolleure leisten eine enorm wichtige Arbeit. Es sind jedoch schlicht zu wenige.“ 149 Mitarbeiter zählte die Darmstädter FKS nach IG BAU-Informationen Ende letzten
Jahres. „Ohne eine kräftige Aufstockung kommen die Prüfer ihren Aufgaben nicht
hinterher“, sagt Michel. Fehlende Kontrollen verstünden Wirtschaftskriminelle regelrecht
als Einladung, Recht und Gesetz zu umgehen.

Die Gewerkschaft beruft sich bei der Zoll-Statistik auf eine Auswertung des
Bundesfinanzministeriums für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-
Gemmeke. Danach sank die Zahl der Kontrollen in der Gebäudereinigung zwischen
2015 und 2016 bundesweit um 21 Prozent.

Fassadenreiniger bei der Arbeit. Nicht immer jedoch geht es in der Branche sauber zu,
bemängelt die IG BAU. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert mehr Kontrollen vom Zoll.
Bild und Text: IG BAU

Anteil „atypischer“ Jobs in der Stadt auf 38 Prozent gestiegen!

IG BAU kritisiert Schieflage am Wiesbadener Arbeitsmarkt

Immer mehr unsichere Jobs: 55.100 Wiesbadener arbeiten in Teilzeit, Leiharbeit oder
haben einen Minijob als alleiniges Einkommen. Damit ist der Anteil der so genannten
atypischen Beschäftigung an allen Arbeitsverhältnissen im vergangenen Jahr auf einen
Rekordwert von 38 Prozent gestiegen. Das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG
BAU).

Die Gewerkschaft beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-
Stiftung, die die Entwicklung am städtischen Arbeitsmarkt seit dem Jahr 2003
untersucht hat. Damals lag die Quote atypischer Jobs noch bei 27 Prozent.

IG BAU-Bezirksvorsitzender Karl-Heinz Michel spricht von einem „Alarmsignal an die Politik“: „Es kann nicht sein, dass wir einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben, aber andererseits so viele Menschen in prekären Verhältnissen arbeiten“, sagt Michel. Hier sei „grundsätzlich etwas in Schieflage geraten“. Der unbefristete Vollzeit-Job müsse dringend wieder zum Normalfall werden, fordert die IG BAU Wiesbaden-Limburg

Nach Angaben der Böckler-Stiftung hat in der Landeshauptstadt besonders die Teilzeit-
Beschäftigung drastisch zugenommen: Arbeiteten 2003 noch etwa 22.100
Erwerbstätige in Teilzeit, waren es 2016 bereits rund 35.400 – ein Anstieg von 60
Prozent. „Gerade für Frauen ist es nach einer Familienpause enorm schwer, wieder voll in den Beruf einzusteigen. Gegen die Teilzeit-Falle brauchen wir endlich ein verbrieftes Rückkehrrecht in Vollzeit“, ist Karl-Heinz Michel überzeugt. Ein entsprechender Gesetzentwurf der großen Koalition war in diesem Frühjahr am Widerstand der CDU/CSU gescheitert.

„Auf dem heimischen Arbeitsmarkt ist einiges in Schieflage
geraten“: Karl-Heinz Michel, Bezirksvorsitzender der IG BAU
Wiesbaden-Limburg, beanstandet die Zunahme prekärer Jobs.
Bild: IG BAU

Einen Euro mehr für fast 13.000 Reinigungskräfte, die Büros, Flure, Fenster … und Toiletten Tag für Tag sauber halten

Sauberer Lohn fürs Saubermachen – raus aus dem Niedriglohn: Rund 12.950
Gebäudereinigerinnen und Fensterputzer gibt es im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg. „In Schulen und Altenheimen, in Büros und Fabriken machen sie einen sauberen Job. Meistens dann, wenn es keiner mehr sieht – spät abends oder früh morgens“, sagt die
Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU.

Zum Internationalen Tag der Gebäudereinigung am kommenden Donnerstag (15. Juni)
fordert sie faire Arbeits- und Lohnbedingungen und mehr Anerkennung für die
Beschäftigten der Branche. „Alle, die Wiesbaden sauber halten, haben Wertschätzung
für ihre Arbeit verdient. Sie machen einen Knochenjob. Büros, Flure, Fenster … und
Toiletten zu putzen, ist harte Arbeit“, sagt Karl-Heinz Michel.

Für den Bezirksvorsitzenden der IG BAU Wiesbaden-Limburg ist es besonders wichtig,
dass zur Achtung der Arbeit, die Reinigungskräfte leisten, auch eine faire Bezahlung
gehört: „Wir wollen raus aus dem Niedriglohn. Gebäudereinigung ist ein Handwerk. Für
gute Qualität und Zuverlässigkeit sind die Kunden der Reinigungsfirmen bereit, auch
einen vernünftigen Preis zu bezahlen. Und dieses Geld muss auch bei denen
ankommen, die die Arbeit machen.“

Einen Euro mehr fürs Saubermachen: Die IG BAU will, dass heimische Reinigungskräfte besser verdienen und mehr Anerkennung bekommen.
Foto: IG BAU

Mehr bezahlbaren Wohnraum in Großstädten!

Über 270.000 Berufspendler im Bezirksverband.

Immer mehr Pendler im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg. Zuletzt verließen fast 50% Prozent aller berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – über 10% mehr als noch im Jahr 2000. In einer Mitteilung an die Presse im Bezirksverband
weist die IG BAU hierzu auf die genauen lokalen Werte hin. Die IG BAU beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadtund Raumforschung (BBSR). Danach zählt der gesamte Bezirksverband über 270.000 (Wiesbaden 71.000, Limburg 28.000) sogenannte Auspendler.

Die Gewerkschaft nennt den Trend „alarmierend“. Immer mehr Menschen müssten
immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten immer mehr
Lebenszeit im Stau, kritisiert Bezirkschef Karl-Heinz Michel. Dafür sei maßgeblich
auch eine verfehlte Wohnungsbaupolitik in den Ballungsgebieten verantwortlich.
„Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt.
Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeits-
plätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine
Wohnung zu leisten“, sagt Michel. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb
seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die
Nerven und die Gesundheit der Betroffenen.

Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. „Die öffentliche Hand muss
viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und
Ballungsräumen zu schaffen“, betont Michel. Es würden mehr Sozialwohnungen und
mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Dafür müsse es eine deutlich bessere
Förderung geben – etwa durch höhere steuerliche Abschreibungen und gezielte KfWProgramme.

Durch solche Anreize für das Bauen im bezahlbaren Segment ließe sich ein Großteil der fehlenden Wohnungen errichten. Um die Berufspendler zu entlasten, müsse mittelfristig jedoch auch die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden, fordert Michel. „Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß.“

Die Entwicklung im Bezirksverband ist nach Angaben des BBSR Teil eines bundes-
weiten Trends: Im Jahr 2015 pendelten 60 Prozent aller Beschäftigten zum Arbeits-
platz. Durchschnittlich legten sie dabei 16,8 Kilometer zurück. 15 Jahre zuvor lag die Pendlerquote in Deutschland noch bei 53 Prozent.

Kaffeepause am Steuer – klingt gut. Viele Berufspendler machen sie allerdings nicht freiwillig. Für sie bedeutet der Weg zur Arbeit immer wieder Staufrust.
Foto: IG BAU

Raus aus der Minijob-Falle

86.600 geringfügig Beschäftigte im Bezirksverband Wiesbaden-Limburg

Damit der 450-Euro-Job nicht zur Falle wird: Die rund 86.600 Minijobber im Bezirks-verband sollen bessergestellt werden. Die IG BAU schlägt dazu eine Reform der geringfügigen Beschäftigung vor. Demnach sollen Minijobs schon ab dem ersten Euro in die Sozialversicherung einbezogen werden. „Minijobs waren als flexible und vorübergehende Lösung gedacht. Aber für viele Beschäftigte – etwa in der Reinigung – sind sie langsam zum Dauerzustand geworden, aus dem sie nicht mehr heraus kommen“, sagt Heiko Oberthür von der IG BAU Wiesbaden-Limburg. Eine Reform sei deshalb „mehr als überfällig“.

Nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur arbeiten im Bezirksverband allein in der Gebäudereinigung rund 86.600 Minijobber. Damit sind 58 Prozent aller Mitarbeiter der Branche geringfügig beschäftigt. „Viele von ihnen haben seit Jahren keine Chance auf eine reguläre Stelle. Wegen fehlender Sozial- und Rentenbeiträge sind sie stark von Altersarmut bedroht“, betont das Vorstandsmitglied des Bezirks-verbandes.Betroffen seien insbesondere Frauen: 62 Prozent aller geringfügig Beschäftigten im Bezirks-verband Wiesbaden-Limburg sind laut Arbeitsagentur weiblich.

Die IG BAU will gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) erreichen, dass der Chef künftig auch für einen Verdienst unter 450 Euro Sozialabgaben zahlen muss. Die Gewerkschaft fordert eine neue „Gleitzone“ bereits vom ersten Euro an:
Demnach sollen Arbeitgeber bei geringen Verdiensten zunächst den Großteil der Sozial-abgaben tragen. Erst bei einem Monatsverdienst ab 850 Euro soll gelten: Chef und Arbeitnehmer zahlen zu gleichen Teilen.

Heiko Oberthür nennt ein Beispiel: „Wer genau 450 Euro verdient, der müsste nach dem Modell 13 Prozent Sozialabgaben bezahlen – der Chef trägt dagegen 29 Prozent.“ Für die Minijobber bringe das eine bessere soziale Absicherung. Für die Unternehmen steige der Anreiz, prekäre Jobs durch vollwertige Stellen zu ersetzen, so der Gewerkschafter.

Und auch für Rentner oder Studenten, die sich etwas hinzuverdienen wollen, bleibe das Modell attraktiv. „Durch den geringen Beschäftigten-Anteil bei den Sozialabgaben lohnt sich der Zuverdienst gerade unterhalb von 450 Euro weiterhin. Zusätzlich erwerben sie höhere Ansprüche für eine Rente oder Arbeitslosigkeit“, sagt Oberthür.

Reset-Taste beim Minijob: Einen Neustart für 450-Euro-Stellen fordert die Gewerkschaft IG BAU. Ab dem ersten Euro sollen Sozialabgaben – etwa für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung – fällig werden. Den Großteil davon soll der Chef tragen.
Foto: IG BAU

Heiko Oberthür: „Minijobs waren als flexible und vorübergehende Lösung gedacht. Aber für viele Beschäftigte – etwa in der Reinigung – sind sie langsam zum Dauerzustand geworden, aus dem sie nicht mehr heraus kommen. Eine Reform ist deshalb „mehr als überfällig“!

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
Foto: IG BAU

Bezirksverband Wiesbaden-Limburg: Nur 222 Bauarbeiter schaffen es bis zum Rentenalter

IG BAU: Flexible Übergänge für Beschäftigte im Handwerk!

Wenn der Körper nicht mehr mitspielt: Von den rund 10.570 Bauarbeitern im Bezirks
verband Wiesbaden-Limburg sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade
einmal 222 Beschäftigte zwischen 63 und 65 Jahre alt. Ähnlich sieht es bei den über
60-Jährigen aus: In dieser Altersgruppe zählt die Baubranche nur 537 Beschäftigte, wie die IG
Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Für die IG BAU Wiesbaden-Limburg sprechen die Zahlen
eine klare Sprache: „Nur die wenigsten Bauarbeiter halten körperlich bis zum
Rentenalter durch. Für sie gibt es heute nur ein Hop oder Top – entweder volles
Arbeitsprogramm oder raus aus dem Job. Das kann es aber nicht sein“, kritisiert
Bezirksvorstandsmitglied Manfred Mahle. Für Beschäftigte im Handwerk müsse es flexible
Übergänge in die Rente geben – ohne frühzeitig aus dem Betrieb auszuscheiden.
Die derzeit von der Bundesregierung geplante „Flexi-Rente“ sei dabei keine Lösung.
„Der Gesetzentwurf konzentriert sich auf höhere Zuverdienst-Grenzen bei einer
Teilrente. Außerdem soll das Arbeiten über das Rentenalter hinaus einfacher werden.
Davon haben aber die Beschäftigten auf dem Bau nichts“, sagt Mahle. Ab 55 oder 60
Jahren im alten Job voll weiterzuarbeiten, sei für die meisten von ihnen die „reinste
Utopie“.

Stattdessen plädiert die IG BAU für ein „Alters-Flexi“, das besonders Beschäftigten im
Handwerk zugutekäme. Das Modell sieht eine Art Kurzarbeitergeld im Alter vor, wenn
wegen Gesundheitsproblemen eine Kündigung droht. Manfred Mahle: „Wer als
Maurer oder Straßenbauer irgendwann nicht mehr volle 40 Stunden schafft, der sollte
die Möglichkeit bekommen, zum Beispiel auch mit 15 Wochenstunden in der Firma zu
bleiben. Für die fehlenden 25 Stunden würde er von der Arbeitsagentur
Kurzarbeitergeld bekommen.“ Der Staat müsse hier die nötigen finanziellen Mittel
bereitstellen. Angesichts der guten Haushaltslage des Bundes gebe es dafür genug
Spielraum.

Das „Alters-Flexi“ soll nach dem Vorschlag der IG BAU bereits ab 58 Jahren greifen.
Damit bliebe den Beschäftigten der Gang zum Amt kurz vor der Rente erspart. Denn bei
der derzeitigen Regelung seien viele Bauarbeiter auf „Alters-Hartz-IV“ angewiesen –
„und das, obwohl sie Jahrzehnte hart geschuftet haben“, so Mahle.

Für die Bauwirtschaft im Rheingau-Taunus-Kreis sei das frühe Ausscheiden erfahrener
Mitarbeiter zudem oft ein großer Verlust. „Mit flexiblen Übergängen ist nicht nur den
Bauleuten geholfen, sondern auch den Betrieben“, ist sich der Bezirksvize sicher.
So könnten ältere Beschäftigte ihr Fachwissen an den Nachwuchs weitergeben.
Darüber hinaus setzt sich die IG BAU zusammen mit dem DGB für eine Stärkung der
gesetzlichen Rente ein. Vor der nächsten Bundestagswahl komme es darauf an, einen
„Kurswechsel“ in der Rentenpolitik herbeizuführen, fordert der Gewerkschafter:
„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine
faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können.“
Dabei solle sich die Politik ruhig am vielzitierten Dachdecker orientieren, sagt Mahle.
So haben zum Beispiel von den rund 320 Dachdeckern im Rheingau-Taunus-Kreis
zuletzt gerade einmal fünf über das 63. Lebensjahr hinaus im Job.

Harte Arbeiten – wie hier mit dem Rüttler – sind für viele Bauarbeiter im Alter nicht mehr drin, sagt die IG BAU. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten der Branche flexible Übergänge in die Rente. – Bei Knochenjobs: „Alters-Flexi“.

„Altersarmut dürfen wir uns nicht erlauben. In den Handwerksberufen heißt das, eine faire Regelung für die zu finden, die körperlich nicht mehr können,“ so Manfred Mahle, Vorstandsmitglied der IG BAU Bezirkserband Wiesbaden-Limburg

Bei Streit mit dem Chef: Rechtsexperten der IG BAU kontaktieren!

Rechtshilfe für Beschäftigte in Wiesbaden

Juristischer Beistand bei Problemen im Job: Im letzten Jahr waren die Rechtsberater der
IG BAU Wiesbaden-Limburg in insgesamt 416 Fällen aktiv. Die Rechtsschutz-Experten
der Gewerkschaft standen Beschäftigten auch aus Wiesbaden zur Seite, wenn es Ärger
mit dem Chef oder der Bürokratie gab.

„Für volle Terminkalender sorgten Rechtsfragen von A wie Abmahnung bis Z wie
Zeugnisverweigerung“, berichtet der IG BAU-Bezirksvorsitzende Karl-Heinz Michel. Auch
zu spät oder gar nicht gezahlte Löhne seien 2016 häufig Thema gewesen, so der
Gewerkschafter. Viele Arbeitgeber hätten den Beschäftigten Sonderzahlungen wie das
Weihnachtsgeld oder Feiertagszuschläge vorenthalten. „Behördenentscheidungen wie
fehlerhafte Hartz-IV-Bescheide, Rentenberechnungen oder Schwerbehinderten- anerkennungen bargen ebenfalls oft Konfliktpotenzial“, so Michel weiter.

Häufig sei gerade die Reinigungsbranche von Streitigkeiten betroffen: „Angeordnetes
Turbo-Putzen ohne Zahlung der Mehrarbeit ist leider nach wie vor ein Trend bei vielen
Firmen“, beklagt die IG BAU. Aber auch Bauarbeiter, Garten- und Landschaftsbauer,
Maler und Lackierer bis hin zu Floristen hätten oft nach fachlicher Hilfe gefragt. Die
Gewerkschaft rät den Beschäftigten, sich weder von Chefs noch von Behörden
einschüchtern zu lassen.

Termine für die Rechtsberatung können vereinbart werden in den IG BAU-Büros in
Wiesbaden (Telefon: 06 11 – 8 70 23) und Limburg (Telefon: 0 64 31 – 2 60 25).

IG BAU-wir setzen uns für Dich ein. Klick hier und hole dir Rat
http://www.igbau.de/Binaries/Binary10077/FB_Rechtsschutz_03_2010.pdf

Sachkundige Hilfe bei Rechtsstreitigkeiten im Job: Die Rechtsberatung der IG BAU Wiesbaden-Limburg hilft bei Ärger mit Chef oder Behörden. Das gibt Bauarbeitern, Malern oder Gebäudereinigerinnen Orientierung im Paragrafen-Dschungel.
Foto: IG BAU

Mitgliederservice-Büros: Wir sind für unsere Mitglieder da!

Mitgliederbüro Wiesbaden

Telefon: 0611/87023
Fax: 0611/87058
E-Mail: wiesbaden@igbau.de
Salierstraße 25
65189 Wiesbaden

Sprechzeiten:

Montag, Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h

Donnerstag: 8.30h-12.30h und 13.30h-18.00h

Freitag: 8.00h-13.00h
Mitgliederbüro Limburg

Tel.: 06431/26025
Fax.: 06431/27967
E-Mail: limburg@igbau.de
Westerwaldstr. 111
65549 Limburg

Sprechzeiten:

Dienstag und Mittwoch: 8.30h-12.30h und 13.30h-16.30h



Freitag: 8.00h-13.00h