Unsere Kreisverbände


Altersgerechte Sanierung gegen "graue Wohnungsnot"

329 Mal Umbau von Wiesbadener Senioren-Wohnungen gefördert

Bessere Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden: Es werden deutlich mehr
Senioren-Wohnungen in Wiesbaden gebraucht, stellt die IG Bauen-Agrar-Umwelt fest.
Andernfalls drohe eine „graue Wohnungsnot“. Denn: „Die Stadt wird älter. Im Jahr 2035
werden hier bereits rund 67.600 Menschen leben, die zur ‚Generation 65plus‘ gehören“,
sagt Karl-Heinz Michel. Der Bezirkschef der IG BAU Wiesbaden-Limburg beruft sich
dabei auf eine Regional-Untersuchung zur „Wohnsituation im Alter“ vom Pestel-Institut
in Hannover.

Viele dieser Menschen seien dann auf eine altersgerechte Wohnung angewiesen –
ohne Barrieren. „Das bedeutet, dass man keine Treppenstufen mehr gehen muss und
mit einem Lift in die Wohnung kommt“, so Michel. Die Senioren-Wohnungen sollten
Türen haben, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passe. Ebenso eine schwellenfreie
Dusche. Das „Senioren-Sanieren“ ganzer Wohnhäuser liege „voll im Trend“. Im
vergangenen Jahr habe die staatliche KfW-Förderbank in Wiesbaden genau 329 Mal
den altersgerechten Umbau von Wohnungen unterstützt. Dafür flossen Fördergelder in
Form günstiger Kredite oder direkter Zuschüsse.

„Dennoch bleibt noch viel zu tun. Und jede Sanierung lohnt sich. Übrigens nicht nur
beim Senioren-Wohnen. Auch junge Familien können davon profitieren: Wo heute ein
Kinderwagen durch die extra breite Zimmertür rollt, da passt dann in vierzig Jahren
auch ein Rollator durch“, sagt Karl-Heinz Michel. Es komme darauf an, rechtzeitig
vorzubeugen. Der Bezirksvorsitzende weiter: „Es kann nicht sein, dass ältere Menschen
nur deswegen ins Heim müssen, weil sie zu Hause keine seniorengerecht ausgebaute
Wohnung haben.“

Von den gesamten Kosten für den altersgerechten Umbau, die gefördert werden
können, zahlt die KfW immerhin bis zu 12,5 Prozent als direkten Zuschuss – maximal
6.250 Euro pro Wohneinheit, so die IG BAU. Mehr Informationen über die KfW-Förderung beim altersgerechten Umbau gibt es für Mieter, Haus- und Wohnungseigentümer im Internet:
www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilien/Barrierereduzierung

Alltagsszene im Alter: mit dem Rollator zur bodengleichen Dusche. Ein Leben in den eigenen vier Wänden – ohne Barrieren. Die IG BAU plädiert dafür, die eigene Wohnung möglichst frühzeitig „fit fürs Alter“ zu machen.

Foto: IG BAU

Wir müssen für die Demokatie kämpfen!

Kreisverband 1: Neujahrsempfang 2017

Vorsitzender Stefan Heinemann hatte am 26.1.2017 volles Haus! In seiner Begrüßung bedankte er sich bei 45 Kolleginnen und Kollegen, die zum Neujahrsempfang des Kreisverbandes Wiesbaden gekommen waren. Auch Vertreter der Parteien Die Linke und von Bündinis 90-Grüne begrüßte Heinemann. Vom DGB Wiesbaden begrüßte er Sascha Schmitt ganz herzlich.

Stefanf Heinemann gab zunächst einen kurzen Bericht über die zahlreichen Aktivitäten des Kreisverbandes. Ganz besonders hob er hervor, dass für den Kreisverband die Kontakte zu den Parteien im Rathaus und die Gespräche mit dem Wiesbandener OB sehr wichtig seien.

Als Ehrengast begrüßte Heinemann das Bundesvorstandsmitglied Kollegin Ulrike Laux.
In ihrer Rede forderte Laux die Mitglieder der Gewerkschaft auf, nicht wegzuschauen, wenn Menschen ausgebeutet und betrogen werden. Nicht wegzuschauen, wenn Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, abgewiesen werden sollen.

"Wir haben ein tolles demokratisches System aufgebaut. Wir müssen unsere Demokratie gegen rechte Hetze verteidigen!" Es gelte aber auch, die Gesellschaft zu verändern und gleichzeitig die Gewerkschaft weiter zu entwickeln.

Ulrike Laux: "Unsere Demokratie muss verteidigt werden!"
Fotos: IG BAU

Mit der Politik im Gespräch

20.01.2017
Veränderungen vor Ort erreichen, die Stadtpolitik im Sinne von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beeinflussen - das ist das Ansinnen des IG BAU-Kreisverbandes Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Dazu trafen sich die MItglieder mit dem Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden.
Für den 21. Oktober lud Sven Gerich, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden, zum Gespräch zwischen Gewerkschaftern und Vertretern der Stadt Wiesbaden ins Rathaus ein. Das Gespräch geht auf eine Initiative des IG BAU-Kreisverbandes zurück und fand bereits zum dritten Mal statt.

Hier können aktuelle und auch schon länger bestehende Probleme angesprochen werden. Ein Dauerthema ist die Problematik der illegalen Beschäftigung. Die IG BAU- Kollegen und -Kolleginnen schlugen vor, dass die Stadt Wiesbaden ein Kontrollgremium zur Einhaltung der Tariftreue auf Baustellen einrichtet.

Auch für die Vertreter und Vertreterinnen anderer Gewerkschaften wird das Thema "Bezahlbarer Wohnraum" immer wichtiger. Dazu wurden Fragen zum städtischen Haushalt und den geplanten Bauinvestitionen gestellt. Ist es doch allgemein bekannt, dass auch in den Wiesbadener Schulen ein Sanierungsstau existiert.

Die Diskussion lief über die geplante Zeit hinaus und endete nach zwei Stunden. Der Oberbürgermeister und seine Gäste beurteilten ihr Treffen sehr positiv und vereinbarten, solche Gespräche auch in Zukunft zu führen.

Gemeinsames Fazit: Es gibt auf beiden Seiten großen Gesprächsbedarf!

Der IG BAU-Kreisverband hat sich zum Ziel gesetzt, sich noch intensiver mit den Politikern im Rathaus auseinanderzusetzen. Kreisverbandsvorsitzender Stefan Heinemann sagt: "Wir müssen unsere Fragen noch gezielter an die entsprechenden Politiker richten. Außerdem sollten wir unbedingt auch außerhalb des OB-Gespräches den Kontakt zu den örtlichen Politikern halten!"

Einen ersten Schritt in diese Richtung gab es bereits im Frühjahr 2016, als im Rahmen eines Aktiven-Treffs mit Politikern eine Rathausbesichtigung stattfand.

IG BAU - die tun was!

Zufrieden nach dem Gespräch mit dem OB Stefan Heinemann (links)
Foto: IG BAU

In Wiesbaden ist die Altersarmut weiblich

IG BAU warnt vor steigender Altersarmut für Frauen

Unsichere Jobs sind meist Frauensache: In Wiesbaden arbeiteten Ende letzten Jahres knapp 43.000 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der „atypischen Beschäftigung“ aus, wie eine gleichnamige Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. In ganz Hessen waren demnach 886.000 Frauen atypisch beschäftigt. Die Ig BAU warnt zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: „Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen.“ Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt.
„Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen“, sagt Stefan Heinmann, Vorsitzender des Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Besonders besorgniserregend sei der Trend, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde. So gab es nach Angaben der Böckler-Studie in Wiesbaden zuletzt rund 26.800 Teilzeit-Arbeiterinnen – 37 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur rund 7.900 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 16.000 Mini- Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten in der Stadt weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. „Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit-oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen“, so Gewerkschafter Heinemann, Taunus. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
 
„Die Folge davon ist eine weiter zunehmende Altersarmut bei Frauen“, ist Stefan Heinmann sicher. Unternehmen und Politik müssten deshalb gleichermaßen gegensteuern. „Statt Frauen nur für wenige Wochenstunden einzustellen, sollten Firmen vollwertige Jobs schaffen – für Frauen und Männer“. Weniger zu arbeiten, müsse eine individuelle Entscheidung sein und kein Zwang. Für Reinigungskräfte sei Vollzeit mittlerweile fast eine Seltenheit, obwohl sich das viele Beschäftigte wünschten.

Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei natürlich die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so der Gewerkschafter. Mittlerweile habe die Politik die Bedeutung von „Equal Pay“ erkannt und ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Heinmann spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“, kritisiert jedoch, dass Beschäftigte erst in Betrieben ab 200 Mitarbeitern einen Auskunftsanspruch über die Bezahlung der Belegschaft haben. Damit greife das geplante Gesetz nur in Teilen des Handwerks und der Reinigungsbranche.

Eine entscheidende Maßnahme wäre es, so die IG BAU, Phasen der Erwerbslosigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung aufzuwerten. Stefan Heinemann: „Zeiten der Schwangerschaft und Erziehung müssen endlich anerkannt werden – zum Beispiel durch Extra-Rentenpunkte“.

Frauen müssen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen", so Gewerkschafter Heinemann. Zudem fehlten Frauen wegen Erwerbsunterbrechungen häufig mehrere Jahre an Rentenbeiträgen. Und auch nach einer Scheidung stünden viele Frauen mit leeren Händen – aber oft mit dem alleinigen Sorgerecht – da.
Foto: IG BAU